Chlamydien – Kinderwunsch bleibt unerfüllt

Die gefährliche Infektion

Die Geschlechtskrankheit, die durch eine Chlamydien Infektion entsteht, hat sich in den letzten Jahren fast unbemerkt ausgebreitet. Die Ansteckung mit dieser Krankheit ist nicht meldepflichtig, aus diesem Grund liegen keine genauen Zahlen vor, es wird geschätzt, dass sich circa 300.000 Frauen jährlich infizieren (Robert Koch Institut).

Wenn Frauen oder Männer sich mit Chlamydien (Bakterien) infizieren, merken sie dies meistens nicht, da diese Infektion keine spürbaren Krankheitszeichen hervorruft. Zahlreiche Männer und Frauen wissen nicht, dass sie sich angesteckt haben und somit auch Überträger dieser Krankheit sind. Bei Frauen führt eine Infektion mit Chlamydien im schlimmsten Fall zur Unfruchtbarkeit. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe schätzt das in Deutschland circa 100.000 Frauen durch eine solche Infektion unfruchtbar sind.

Ob eine Infektion vorliegt, kann vom Frauenarzt mit einem speziellen Test festgestellt werden. Diesen Test bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen sexuell aktiven Frauen bi zum 25. Lebensjahr einmal im Jahr. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe fordert flächendeckende Tests und dies bis zu einem Alter von 34 Jahren. Da nur sehr wenige Frauen über diese Geschlechtskrankheit Bescheid wissen, fragen auch nur wenige nach dem Test. Die Gynäkologen sollten die Frauen mehr informieren und sie auch über den Test aufklären.

Vorsicht bei wechselnden Partnern

Mithilfe eines Abstrichs am Gebärmutterhals sowie der Harnröhre können Gynäkologen feststellen, ob eine Infektion mit Chlamydien vorliegt. Frauen und Männer die regelmässig den Partnern wechseln und ungeschützten Geschlechtsverkehr haben, sollten sich unbedingt regelmäßig testen lassen. Natürlich sollten alle sich bei wechselnden Partnern mit Kondomen allgemein vor Geschlechtskrankheiten schützen.

Frauen, die unter einem regelmäßigen Ziehen im Bauch leide, unter Ausfluss, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Zwischenblutungen oder unter Schmerzen beim Wasserlassen leiden, sollten sich unbedingt untersuchen lassen – dies können Anzeichen für eine Infektion sein. Wird die Infektion mit Chlamydien frühzeitig festgestellt, so kann diese mit einer ambulanten Antibiotika-Therapie behandelt werden. In der Regel heilt die Infektion folgenlos aus, wenn es noch keine bleibenden Schäden gibt.

Die Folgen einer unbehandelten Infektion

Wird die Infektion nicht rechtzeitig erkannt und behandelt kann es zu Folgeschäden kommen. Rund 10 bis 20 Prozent der nicht behandelten Frauen werden unfruchtbar. Die Chlamydien können zu Verwachsungen im Unterleib führen, die Eileiter können verkleben.

Durch das Verkleben und durch die Verwachsungen kommt es zur Sterilität. Frauen, die sich nicht schützen oder regelmässig kontrollieren lassen, können unter Umständen nicht mehr auf natürlichem Weg schwanger werden. Frauen die eine Infektion durchgemacht haben, haben ein erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt. Natürlich sollte in der Schwangerschaft auf wechselnde Partner verzichtet werden.

Der Chlamydien Test