Gehfrei Laufhilfen, das müssen sie wissen!

Gehfrei Laufhilfen unterstützen beim Laufen lernen

Laufhilfen, oft auch „Gehfrei“ genannt, sind kleine Wägen, meist aus Plastik, in die man Babys hineinsetzen kann. Sie sind von vielen unterschiedlichen Herstellern wie Chicco, Bieco oder Hauck erhältlich. Wenn Babys mit ihren Füßchen den Boden berühren und die Füßchen dabei vor und zurückbewegen, bewegt sich die Laufhilfe dementsprechend. Das Baby kann auf diese Weise durch die Wohnung rollen und Dinge erreichen, die es sonst in diesem Alter noch nicht erreichen kann.

Denn Laufhilfen werden meist für Babys verwendet, die noch nicht laufen können. Die Babys finden es natürlich ganz spannend, die Welt einmal aus einer anderen Perspektive zu sehen und zu Dingen gelangen zu können, die ihnen mit dem derzeitigen Entwicklungsstand noch verwehrt bleiben. Die stolzen Eltern finden es natürlich genauso süß, wenn ihr Baby plötzlich selbstständig in der Wohnung „rollen“ kann.

Frühestens ab halbjährig

Die Hersteller empfehlen ihre Lauflernhilfen meist ab einem halben Jahr. An der Lauflernhilfe ist häufig auch ein kleiner Tisch angebracht, an dem die Kinder das Greifen üben und andere Dinge spielen können. Kinderärzte und Hebammen raten strikt vom Kauf eines Gehfrei ab. Und zwar aus guten Gründen.

Besonders wenn ein Kind noch nicht alleine sitzen kann, sind diese Laufhilfen sehr gefährlich. Das Kind wird in eine Position gebracht, die für seinen Rücken noch nicht natürlich ist. Die Muskeln und Gelenke sind noch gar nicht so weit entwickelt, dass es frei sitzen kann. Es wird also nur durch die Sitzschale in eine sitzende Position gebracht. Sicher ist es für die Babys faszinierend zu erkennen, dass sie vorwärts rollen, wenn sie ihre Beinchen entsprechend bewegen.

Gar nicht ungefährlich, die Laufhilfen

Doch gerade das ist auch tückisch: Rollen die Babys über eine minimale Türschwelle oder liegt vielleicht ein Spielzeug auf dem Boden, so kann die Laufhilfe schnell kippen. Über die Folgen mag man gar nicht nachdenken. Schwerste Schädel-Hirn-Verletzungen können auftreten. Daher dürfen Kinder niemals unbeaufsichtigt in ihrer Laufhilfe sitzen. Selbst wenn die Kinder nicht umkippen, können sie auch gegen eine Tischkante oder gegen die Türe fahren und sich dabei nicht nur am Kopf verletzen, sondern auch die Finger einklemmen.

Tests zufolge fördert man das Laufenlernen mit dem Gehfrei übrigens keineswegs. Kinder, die viel im Gehfrei sitzen, lernen statistisch gesehen sogar später das Laufen als Kinder, die zuerst auf dem Boden liegen, dann das Krabbeln lernen, sich irgendwann hochziehen und stehen können und dann die ersten Schritte machen. So niedlich es also aussieht, wenn ein wenige Monate altes Baby in einem Gehfrei umherdüst, so schädlich kann dieser Wagen für seine Gesundheit sein. Durchaus empfehlenswert und mit einem wesentlich höheren spielerischen Wert sind übrigens Lauflernhilfen aus Holz.

Empfehlenswert: Der Holz-Lauflernwagen

holzwagenSobald Kinder die ersten Schritte machen, kann man ihnen einen Holz-Lauflernwagen kaufen. Diese sind stabil, relativ schwer und so konstruiert, dass die Kinder sich am Griff aufstützen können und den Puppenwagen, das Polizeiauto oder ihren Spielwagen herumschieben können.

Kleine Mädchen können im Puppenwagen ihre Puppe spazierenfahren, kleine Jungen packen ihre Autos in das große Polizeiauto zum Schieben und Mädchen und Jungen gleichermaßen fördern ihre Fein- und Grobmotorik mit einem Spielwagen zum Umherschieben. Die Laufhilfen aus Holz sind übrigens oftmals deutlich günstiger als ein Gehfrei aus Plastik. Nicht immer müssen also gute Produkte auch teuer sein!